Die Geschichte des T-Shirts
Entdecke die Geschichte des T-Shirts: Vom schlichten Unterhemd der US Navy zum weltweiten Fashion-Klassiker – nicht zuletzt dank Hollywood-Legenden wie Marlon Brando und James Dean.
Wusstest du, dass das T-Shirt ursprünglich als Unterwäsche für die US Navy erfunden wurde? Seinen Namen verdankt es ganz einfach der T-Form. Erst Hollywood-Ikone Marlon Brando machte es in den 50ern salonfähig. Lies hier die Story hinter diesem zeitlosen Mode-Klassiker!
- Herkunft
- Unterwäsche der US-Marine (Anfang des 20. Jahrhunderts, ca. 1913)
- Herkunft des Namens
- Form des Kleidungsstücks (hat die Form des Buchstabens T)
- Durchbruch in der Modebranche
- Die 50er Jahre mit Marlon Brando und James Dean
- Aktueller Status
- Ein unverzichtbares Basic in jeder Garderobe
Es kann dir kaum entgangen sein: Das ikonische T-Shirt – wir meinen die boxy Urform mit dem hohen Rundhalsausschnitt – feiert ein riesiges Comeback! Und seien wir ehrlich: Rein figurtechnisch ist diese Form vielleicht nicht die aller schmeichelhafteste... aber genau das macht sie aktuell so verdammt cool. No-Nonsense-Fashion ist nämlich voll im Trend – je unaufgeregter, desto besser. Liegt das an den verrückten Zeiten, in denen wir leben? Oder ist es schlicht eine Reaktion auf den Anti-Fast-Fashion-Mindset? Wie dem auch sei: Zeit für einen kleinen Ausflug in die wunderbare Welt des T-Shirts!
EIN „T“-SHIRT?
Fangen wir beim Namen an. T-Shirt. Also bitte mit einem großen T. Das Großbuchstaben-Format ist nämlich kein Zufall: Es beschreibt die exakte Form des Kleidungsstücks. Die Ärmel standen beim Ur-Modell fast im rechten Winkel vom Körper ab. Erst etwas später dämmerte den Schneidern, dass es vielleicht cleverer wäre, den Winkel leicht abzurunden – wer läuft im Alltag schließlich permanent mit ausgestreckten Armen durch die Gegend? Weisheit kommt eben mit den Jahren. Haben wir zumindest gehört... ;-)
SCHNIPP, SCHNAPP – DAS ERSTE DIY-SHIRT
Das allererste T-Shirt war streng genommen ein echtes DIY-Projekt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts bestand Herrenunterwäsche nämlich aus einem durchgehenden Strampler. Einem Ganzkörper-Body. Mon Dieu … Kannst du dir das vorstellen?
Wenn man Google fragt, schnitten Männer diesen Unteranzug damals einfach in zwei Teile, um das Oberteil besser in die Hose stecken zu können – angeblich zum Schutz vor der Kälte. Klingt unlogisch? Finden wir auch! Wenn man einen Einteiler in der Mitte durchtrennt, rutscht das Oberteil doch nur noch schneller raus, oder?
Liebes Google: Da sind wir anderer Meinung. Wir haben da nämlich eine ganz eigene Theorie: Die Männer hatten nach einem Tag harter Arbeit schlichtweg keine Lust, permanent das komplette Teil zu waschen. Also schnell die Schere gezückt: Die Unterhose ab in die Lauge, das Oberteil hält locker noch ein paar Tage durch. Je nach Beruf und Hygienebewusstsein ließ sich die Theorie natürlich auch umgekehrt anwenden …
Da ist doch was dran, oder?
VON UNTEN NACH OBEN
Wie bei so vielen Kleidungsstücken der echten Working Class Heroes – man denke nur an Jeans, Holzfällerhemden oder Cargohosen – nahm die Modeindustrie das Teil irgendwann dankend auf. Allen voran natürlich die Amerikaner (wie sollte es auch anders sein?).
Den Anfang machte die Cooper Underwear Company: Sie nannte ihr neues Produkt ganz offiziell „Bachelor-Unterhemd“ – aha! Wir sehen uns durch diese Bezeichnung übrigens in unserer eben aufgestellten Junggesellen-Theorie rückwirkend absolut bestätigt!
Als Nächstes zog die US Navy nach. Gut, eine Militäruniform zählt vielleicht nicht direkt unter den Begriff „Kommerz“ – dafür aber unter die Kategorie „ultimative Inspirationsquelle für die Herrenmode“. Und genau damit stieg das T-Shirt endgültig von der unscheinbaren Unterwäsche zur stylischen Oberbekleidung auf.
EIN KLEINER EXKURS
Die Magie des T-Shirts als Botschafter wurde überraschenderweise schon in den 1930er-Jahren entdeckt – also lange bevor es in den 50ern zum weltweiten Fashion-Phänomen reifte. Ziemlich bemerkenswert, oder? Normalerweise läuft es ja genau umgekehrt.
Besucher des Musicals „Der Zauberer von Oz“ konnten nach der Vorstellung tatsächlich schon ein T-Shirt kaufen, um ihre Begeisterung zu zeigen. Der Blechmann war also streng genommen der allererste T-Mann!
Im Jahr 1948 nutzte der US-Präsidentschaftskandidat Dewey das Shirt für seinen Wahlkampf und ließ den Slogan „Dew it with Dewey“ auf weiße T-Shirts drucken. Die Wahl hat er zwar verloren – aber den inoffiziellen Preis für die innovativste Kampagne hat er definitiv eingeheimst!
1950 schoss die Popularität schließlich durch die Decke und das schlichte weiße T-Shirt bekam plötzlich gewaltigen Sex-Appeal. Schuld daran war Hollywood-Legende Marlon Brando: Im Filmklassiker „Endstation Sehnsucht“ ließ er in einem knackigen Slim-Fit-Shirt mit muskulösem Oberkörper, sinnlichem Schweißfilm und verführerischem Blick so manches Herz höherschlagen. Das Kettchen am Handgelenk verzeiht man ihm da doch sofort – oder ist das etwa auch schon wieder im Trend? (Spoiler: Ja, Kettchen kommen tatsächlich zurück – aber dazu mehr in einem anderen Blog!).
1955 setzte James Dean dem Ganzen im Kultfilm „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ noch die Krone auf – und brannte das weiße T-Shirt endgültig in die Fashion-Geschichtsbücher ein.
Auf der Suche nach Fotos von weiblichen Old-School-Promis in T-Shirts sind wir nicht wirklich fündig geworden: Die Damen sind Spätanfängerinnen, das Ur-T-Shirt war lange Zeit eher eine Männersache.
Einen seltenen Schnappschuss von Brigitte Bardot mit einem klassischen T-Shirt und Mom-Jeans (Verzeihung, Sexbombe-Jeans) haben wir aber doch gefunden. Und dieses Foto von Julia Roberts wollen wir euch nicht vorenthalten, aufgenommen vom Promi-Fotografen Herb Ritts – mit einem augenzwinkernden Verweis auf die Herrenunterwäsche, die den Ursprung des T-Shirts darstellt.
An ihrem 53. (!!!) Geburtstag im Jahr 2020 wiederholt sie diesen Trick in Eigenregie noch einmal, indem sie ihre Landsleute dazu aufruft, unbedingt wählen zu gehen. Sie teilte das Foto in den sozialen Medien, begleitet von einer Abwandlung des berühmten Zitats aus dem Film „Notting Hill“:
„I’m just a girl standing in front of a boy, asking him to vote.“
Scharfzüngig, Jules.
I <3 NY
Womit wir wieder nahtlos zur Rolle des T-Shirts als Träger einer Botschaft zurückkommen. Das müssen nicht immer hochtrabende Botschaften sein: Die Tatsache, dass man irgendwo gewesen ist, reicht manchmal schon aus, um sie auf ein T-Shirt zu drucken.
Das berühmteste und ikonischste Beispiel dafür siehst du unten: eine Initiative des Grafikdesigners Milton Glaser aus dem Jahr 1977, die das schlechte Image von New York aufpolieren sollte. Daneben siehst du, was passiert, wenn die Tourismusbranche damit loslegt:
„Been there. Done that. Bought the T-shirt.“
DIE ACHTZIGERJAHRE
In den Achtzigerjahren wurde das T-Shirt als Stimmungsmacher und Medium zur Bewusstseinsbildung eingesetzt. Katharine Hamnett, eine Modedesignerin, die in den 80ern mit Slogan-T-Shirts für Furore sorgte, verursachte ein riesiges Aufsehen, als sie Margaret Thatcher bei der Eröffnung der London Fashion Week 1984 die Hand schüttelte. Sie trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „58 % Don't Want Pershing“ – das Ergebnis einer Meinungsumfrage zur Stationierung amerikanischer Atomraketen in Europa, die durchgesetzt wurde, ohne die Wähler dazu zu befragen. Eine Todsünde für die Demokratie, angeprangert durch das demokratischste Kleidungsstück aller Zeiten. Thatcher stieß ein spöttisches Kichern aus, die Kameras blitzten, und Katharine Hamnett wurde zum Aushängeschild des Modeaktivismus. Auch George Michaels berühmtes „Choose Life“-T-Shirt stammte aus ihrer Feder; es war ein Aufruf, die Aufmerksamkeit auf die Selbstmord- und Drogenproblematik im England der 1980er-Jahre zu lenken.
Ein aktuelles Beispiel: 2017 präsentierte Dior während der Paris Fashion Week ein weißes T-Shirt mit dem Aufdruck „We should all be feminists“. Zu verdanken war dies der ersten weiblichen Kreativdirektorin des Modehauses seit 1947. Das sorgte nicht nur für reichlich Gesprächsstoff, sondern entstaubte auch das Image des Feminismus. Female Empowerment war plötzlich cool. Was es zwar schon immer war, aber das nur am Rande. Der Zweck heiligt schließlich die Mittel!
Wenn wir wollten, könnten wir noch seitenlang weitermachen und deinen zweifellos neugierigen Augen weitere Beispiele präsentieren. Das T-Shirt ist schließlich in so vielen unterschiedlichen Subkulturen zu finden! Die zerrissenen und mit Sicherheitsnadeln verzierten Versionen aus der Punk-Ära; Don Johnson, der in der schicken TV-Serie „Miami Vice“ ein T-Shirt unter seinem (pastellfarbenen) Armani-Anzug trug; Band-T-Shirts, mit denen sich Musikfans identifizieren; oder Sportshirts mit dem Namen des eigenen Vereins auf der Brust und dem überbezahlten Lieblingsstar auf dem Rücken... Wir zeigen dir noch ein paar Highlights.
SPRUNG NACH VORN >>>
Springen wir in die Gegenwart: In vielen Kollektionen ist das eckige T-Shirt im Old-School-Stil wieder allgegenwärtig. Ja, natürlich auch in unserer Kollektion.
Aber jetzt willst du bestimmt wissen, wie du es stylen kannst. Wir verraten es dir: Genau so, wie du dich am wohlsten fühlst. So einfach ist das!
- Magst du ein locker sitzendes T-Shirt zu einer Leggings oder Skinny Jeans? Nur zu.
- Eine Strickjacke darüber? Aber gerne.
- Möchtest du deiner Silhouette lieber etwas mehr Form geben? Steck das T-Shirt einfach in den Bund – das passt hervorragend zur trendigen Mom-Jeans, aber genauso gut zur Bundfaltenhose (die übrigens auch ein großes Comeback feiert).
- Oder kombiniere es mit einem Rock – am besten mit einem besonders femininen Modell als coolen Kontrast.
Magst du Accessoires? Eine Kette, die kokett über den Rand deines Rundhalsausschnitts baumelt, ist wieder voll im Trend. Wähle ein Modell mit deinem Namen, und du sammelst gleich doppelte Stilpunkte! Wir helfen dir ein bisschen auf die Sprünge...
Und, traust du dich? Wir brauchten auch eine kleine Eingewöhnungsphase, sind mittlerweile aber absolut überzeugt. Schau dir die Looks unten an, hol die T-Shirts aus dem Schrank (oder bestell sie dir gleich 😃) und fang an zu kombinieren – deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Von uns getestet und für gut befunden. Das schaffst du auch!
Häufig gestellte Fragen
Woher kommt der Name „T-Shirt“?
Der Name „T-Shirt“ leitet sich von der besonderen Passform des Kleidungsstücks ab. Wenn man es flach hinlegt und die kurzen Ärmel ausbreitet, hat es die deutliche Form des Großbuchstabens T.
Wann wurde das T-Shirt als Oberbekleidung getragen?
In den 1950er Jahren wurde das T-Shirt durch Hollywood-Schauspieler wie Marlon Brando (in „Endstation Sehnsucht“) und James Dean populär, die es offen als Oberbekleidung trugen.
Wofür wurde das erste T-Shirt verwendet?
Das T-Shirt wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als leichte, bequeme Unterwäsche für Soldaten und Matrosen der US-Marine (US Navy) während des Ersten Weltkriegs entwickelt.
